CAPM-Rechner FAQ
Wofür wird CAPM in der Praxis verwendet?
CAPM dient dazu, die geforderte Rendite auf Eigenkapital aus risikofreiem Zinssatz, Beta und erwarteter Marktrendite abzuleiten. In der Praxis wird das Modell vor allem für Eigenkapitalkosten, Unternehmensbewertung, WACC, DCF, Projektprüfung und Investmentanalyse genutzt.
Wie lautet die CAPM-Formel?
Die Standardform lautet E(r_i) = r_f + β_i(E(r_m) - r_f). Der Ausdruck E(r_m) - r_f ist die Marktrisikoprämie. Das Beta skaliert diese Prämie auf das jeweilige Unternehmen, die Aktie oder das Investment.
Wie wähle ich den risikofreien Zinssatz für CAPM?
Üblich ist eine Staatsanleiherendite in derselben Währung und mit einer ähnlichen Laufzeit wie die zu diskontierenden Cashflows. Für langfristige Eigenkapitalbewertungen wird häufig mit einer 10-jährigen Staatsanleihe begonnen. Staatsanleihen sind praktisch nicht vollkommen risikofrei, gelten aber als die beste breit verfügbare Näherung für eine nahe risikolose Rendite im jeweiligen Markt.
Wie bestimme ich die Marktrisikoprämie?
Die Marktrisikoprämie ist E(r_m) - r_f. In der Praxis wird entweder mit einer langfristigen Marktrendite-Annahme gearbeitet, von der der risikofreie Zinssatz abgezogen wird, oder mit veröffentlichten Kapitalmarktannahmen. Entscheidend ist, dass Währung, Markt, Zeithorizont und Renditeannahmen im Modell konsistent bleiben.
Welches Beta sollte ich verwenden?
Verwenden Sie ein Beta, das zum Unternehmen, Titel oder Projekt passt. Bei börsennotierten Aktien wird oft ein historisches oder veröffentlichtes Regressions-Beta genutzt. In der Unternehmensbewertung nicht börsennotierter Firmen arbeiten Analysten häufig mit Peer-Betas und passen diese an die Kapitalstruktur an. Ein Beta über 1 deutet auf höhere Marktsensitivität hin, ein Beta unter 1 auf geringere.
Wie berechne ich mit CAPM die Eigenkapitalkosten?
Geben Sie risikofreien Zinssatz, Beta und erwartete Marktrendite ein und lösen Sie nach E(r_i) auf. Das Ergebnis ist die CAPM-basierte geforderte Eigenkapitalrendite beziehungsweise der geschätzte Cost of Equity. Dieser Wert fließt häufig als Eigenkapitalkomponente in den WACC ein.
Kann dieser CAPM-Rechner auch Beta oder Marktrendite berechnen?
Ja. Der Rechner löst nicht nur die erwartete Rendite, sondern jede einzelne fehlende Größe. Sie können also β, r_f, E(r_m) oder E(r_i) berechnen, wenn die übrigen drei Werte bekannt sind.
Wie wird CAPM in Bewertung und DCF konkret eingesetzt?
In einem typischen Bewertungsmodell wird zuerst mit CAPM die Eigenkapitalrendite geschätzt. Dafür wählen Analysten eine passende Staatsanleiherendite, ein Beta und eine Marktrendite-Annahme. Das Ergebnis wird dann als Renditeanforderung für Equity-Cashflows oder als Bestandteil des WACC im DCF-Modell verwendet.
Was ist der Unterschied zwischen CAPM und WACC?
CAPM schätzt ausschließlich die Eigenkapitalkosten. WACC kombiniert Eigenkapitalkosten und Fremdkapitalkosten entsprechend der Kapitalstruktur. In vielen Bewertungsmodellen ist CAPM daher ein vorgelagerter Schritt, um den Eigenkapitalanteil des WACC herzuleiten.
Wie nutze ich diesen CAPM-Rechner sinnvoll?
Wählen Sie zuerst per Radio-Button die gesuchte Größe. Danach tragen Sie die drei bekannten Werte ein und achten auf konsistente Annahmen zu Währung, risikofreiem Benchmark, Beta und Marktrendite. Der Rechner zeigt nicht nur das Hauptergebnis, sondern auch Marktrisikoprämie und beta-adjustierte Prämie, sodass die Herleitung transparent bleibt.
Beispiel
Angenommen, der risikofreie Zinssatz beträgt 4,42%, das Beta liegt bei 1,49 und die erwartete Marktrendite bei 11,00%. Daraus ergibt sich eine Marktrisikoprämie von 6,58% und eine beta-adjustierte Prämie von rund 9,80%.
Unter diesen Annahmen liefert das CAPM eine erwartete Rendite von etwa 14,22%. Dieser Wert kann als Eigenkapitalkosten, Renditeanforderung oder als Eingangsgröße für WACC und DCF verwendet werden.